Muss die KI uns dumm machen?

Shownotes

Christian Henner-Fehr ist Kulturberater und Onlinemarketing-Spezialist. Er unterrichtet und berät, hauptsächlich im Kulturbereich. In seiner Arbeit geht es ihm vor allem darum, Menschen dabei zu unterstützen, Ideen in konkrete Schritte und Projekte zu übersetzen. In seinen Kursen vermittelt Christian technisches Marketingwissen, setzt auf Psychologie und den Umgang mit der Künstlichen Intelligenz. Gleichzeitig warnt er aber auch vor der ständigen Versuchung, uns von der KI Arbeit abnehmen zu lassen, die wir lieber selber machen sollten. Im Vordergrund steht für ihn nach wie vor der bewusste Gebrauch unserer menschlichen Kreativität. Wie Christian von der Theaterwissenschaft zum Kulturmanagement gekommen ist, was er dafür studiert hat und was nicht, wie wir uns kennengelernt haben - das alles und noch viel mehr… erfahrt ihr in dieser Folge.


Alles Wissenswerte über Christian findet ihr über seinen Instagram-Account

Das Foto von Christian hat Rainer Schoditsch gemacht


"Hört sich gut an" erscheint bei Podigee, bei Apple Podcast, auf YouTube und (fast) überall, wo es Podcasts gibt. Aber garantiert SPOTIFREI.

Das Design für mein Logo und die künstlerische und Social-Media-Beratung für den gesamten Podcast stammt von evelyne.world,

die Musik zum Podcast hat Robert Faldner komponiert

und das Foto zu meinem Sujet kommt von Christian Ariel Heredia.

Alle meine Kontaktinfos findet ihr in meinem Linktree

Transkript anzeigen

00:00:00: Stille, das halten viele ja gar nicht aus.

00:00:03: Und ... Das hat auch mit Hören zu tun!

00:00:09: Ich kann hören, dass ich nichts höre.

00:00:12: Wenn die Menschen mehr moralisches Gruppel hätten, dann hätten wir keine Kriege auf dieser

00:00:16: Welt.".

00:00:18: Damit Hören wieder bewusst wird, hört sich gut an der Audio-Podcast von Ulrich Alroden.

00:00:29: Heute mit Christian Henner Ferrer.

00:00:31: Hallo Christian.

00:00:33: Schön, dass du da bist.

00:00:34: Ich freue mich auch.

00:00:36: Danke, dass Du dir die Zeit genommen hast!

00:00:38: Ich bin sehr gespannt was wir heute hervorbringen.

00:00:43: Sicher etwas ganz, was großartig ist.

00:00:45: Also

00:00:45: exquisit ist bestimmt.

00:00:47: Ein kurzer Einstieg für alle, die uns nicht kennen Wir haben uns kennengelernt über einen Kurs beim Team Vier.

00:00:54: Und da, was Sie gleich einen Grund zum Widerspruch haben für die Hörer aus anderen nicht-Österreichischen Ländern.

00:01:01: Das Team IV ist eine Art Verein der Künstler in der Arbeitslosigkeit betreut und unter anderem Fortbildungen anbietet.

00:01:10: Es ist einfach ein Weiterbildungsanbieter?

00:01:13: Und er arbeitet aber wieder zusammen mit einem anderen Verein, der diese Weiterbildung organisiert... ...die Räume gemietet hat.

00:01:20: Das sind keine Vereine dabei, das sind nur Unternehmen!

00:01:23: Unternehmen.

00:01:24: Sind nur Unternehmen und der Hauptsitz ist in Graz, aber das ist eigentlich nicht relevant?

00:01:30: Das ist nicht relevant!

00:01:31: Vielleicht schneide ich es auch raus, aber erst mal tasten wir uns ran.

00:01:35: Aber im Rahmen dieses Unternehmens – in Wien am Erdberg sind die Räume wo diese Kurse stattfinden – bietest du seit langem schon Kurser an und der Kurs den ich besucht habe war Social Media Marketing für Künstler.

00:01:53: Ist das richtig?

00:01:54: Ich glaube nicht, dass er so heißt.

00:01:56: Vor allem nicht dezidiert für Künstlerinnen.

00:02:00: Und im Rahmen dieses Kurses habe ich dich erlebt als jemand der versucht sehr individuelle Lösungen anzubieten... ...für die Leute, die ihm dazu geschwemmt werden und ich hab gemerkt es ist manchmal die Geduld einiger Kursteilnehmer bisschen strapaziert hat, dass du wirklich so intensiv und individuell eingehst auf die Leute.

00:02:26: Aber ich hab auch bewundert mit welcher ... nonchalance du darüber hinweggegangen bist, dass Leute anfangen irgendwie sich zu langweilen in die Hände zu gucken oder ständig dazwischenzureden.

00:02:38: Das ist eine sehr angenehme Atmosphäre in deinen Kursen.

00:02:42: Naja, ich glaub das es nicht darum geht in den Kurzen Wissen zu vermitteln sondern jemanden ins Tun zu bringen.

00:02:52: Und das kann ich nicht, indem ich einfach nur irgendwelche Folien an die Wand schmeiß und da mein Ding runter bete.

00:03:00: Deswegen glaube ich, dass es wichtig ist auf einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer einzugehen und zu schauen, dass sich halt da jemandem ins Tun bringt.

00:03:11: Weil lernen kann ich auch mithilfe von YouTube oder mit Büchern das?

00:03:15: Ja!

00:03:16: Aber ich hab auch das Gefühl, dass irgendwie wirklich den Wunsch hast ... ein passendes Format für die einzelnen Leute zu finden.

00:03:23: Ja!

00:03:25: Das ist vielleicht jetzt so.

00:03:26: gerade der Unterschied von Team IV zu AMS- oder Arbeitsämtern wie es in Deutschland heißt?

00:03:33: Weil die ja nur beauftragt werden und also Team IV hat schon einen bisschen einen anderen Anspruch.

00:03:40: Und das merkt man auch so in den Bewertungen, Die Weiterbildungseinrichtung ist die größte Zufriedenheit bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat.

00:03:54: Und das hat einfach damit zu tun, dass man das eben anders aufsetzt auch von den Inhalten her also eben nicht irgendwie was völlig Unsinniges sondern... Das ist in der Regel State of the Art was da passiert.

00:04:09: und insofern

00:04:11: Ich habe auch, als ich diesen Kurs empfohlen bekommen hab vom Team Vier.

00:04:16: Also da gibt es immer eine Menge Zettel wo man dann sehen kann das sind die Kursbeschreibungen und das sind das Und dann gibts ein paar die tatsächlich zugänglich sind.

00:04:24: und dann war glaube ich bei deinem Kurs relativ kurzfristig noch was frei.

00:04:28: Da gab's zwar ne Warteliste aber es ist irgendwo jemand abgesprungen und bin da so reingerutscht und ich habe das halt zwei drei Leuten erzählt aus der Branche Die gesagt haben ah Christian Herr Nafer super, super Kurs Wirst du viel lernen.

00:04:42: Also das ist ein guter Ruf mit dem, was du da machst?

00:04:45: Das freut mich zu hören!

00:04:46: Und obwohl du das schon so lange machst.

00:04:47: wie lange bist du dabei?

00:04:49: Ich weiß es nicht genau.

00:04:50: Okay dann reden wir nicht über sowas.

00:04:53: Ich weiß das wirklich nicht genau.

00:04:55: also ich bin glaube ich da somit am längsten dabei.

00:04:58: aber ich weiß dass auch bei allen anderen Anbietern nicht.

00:05:02: Bei mir ist es einfach so, das ist ja nicht das einzige was ich mache unterricht doch noch an ein paar Universitäten Und ich bin da schon seit ewigen Zeiten.

00:05:11: Oder auch Institut für Kulturkonzepte, wenn du mich fragst, wie lang ich da bin ... Keine Ahnung?

00:05:18: Dann frage ich dich nicht mehr.

00:05:19: Lange halt!

00:05:21: Aber mich interessiert natürlich, wie du dahin gekommen bist.

00:05:24: Was war dein Weg, womit hast du angefangen?

00:05:27: Das war dein erster Berufswunsch oder ... Wie hat es dich überhaupt nach Wien verschlagen?

00:05:34: also?

00:05:35: Nach Wien hat es mich verschlagen, ich hab in Erdangen Theaterwissenschaft studiert.

00:05:39: Im Frängischen?

00:05:41: Genau!

00:05:42: Also ich wollte nicht in der Großstadt studieren weil ich ja selber aus München komme.

00:05:48: Ich wollte weg und wollte mal in einer kleineren Stadt leben.

00:05:54: das war eigentlich auch sehr angenehm.

00:05:56: wenn du um abends um acht beschließen kannst dass du ins Kino gehst und der Film fängt fünfzehn Minuten später an das hat schon Vorteile.

00:06:04: Also so kurze Wege, das ist eigentlich eine coole Sache.

00:06:09: Und ich hab dann da ... Ich glaub man hat Zwischenprüfung, hatte ich also irgendwie so Halbzeit?

00:06:16: Dann hab ich plötzlich die Idee gehabt, wenn man Theaterwissenschaft studiert, muss man das mal in Wien studieren bei Erwin, wo die Theaterstadt ist und hab mir ein Auto ausgeliehen, bin hierher gefahren und hab' mir einen Zimmer zur Untermiete gemietet.

00:06:34: Einfach spontan, ich wechsle es natürlich.

00:06:37: Bin da hergekommen?

00:06:38: Ja, dann musste die Formalia erledigen ... Also das Auslandssemester oder so ähnlich hieß das.

00:06:47: Das weiß ich jetzt leider nicht mehr genau.

00:06:49: Was heute

00:06:49: Erasmus heißt.

00:06:51: Irgendwie halt ist egal.

00:06:52: und ja, da war ich dann.

00:06:56: Nicht dass sie erst mal in eine Vorlesung gegangen ... Da war ich total schockiert.

00:07:01: Das war die Vorlesung beim Audimax.

00:07:06: Riesenbetrieb, unüberschaubares Menschenmengen ... Ist das am

00:07:09: Ring?

00:07:10: Im alten Uni-Gebord

00:07:11: oder was?

00:07:12: Ich weiß nicht mehr wo es war.

00:07:14: Es war ein großer Hörsaal.

00:07:16: Entweder in der Michaela Burg da, wo die Theaterwissenschaft früher war.

00:07:20: Oder sogar an der Uni ich.

00:07:22: Das weiß ich leider nicht mehr.

00:07:23: Es waren nur Groß und viele.

00:07:27: In Erlangen gab's keine Vorlesungen, weil es zu wenig Studierende waren.

00:07:32: hat mich irgendwie schockiert, wie die so ohne sich Gedanken über die Zukunft zu machen.

00:07:39: Über die unwichtigsten Dinge der Welt diskutieren konnten.

00:07:43: Die Studenten oder

00:07:45: alle Sachen?

00:07:47: Das fand ich irgendwie ein bisschen befremdlich und ... Ich bin dann eigentlich auch gar nicht mehr so oft dahin gegangen was auch nicht so toll war Und hab dann hier ganz andere Sachen gemacht.

00:08:02: Ich hab dann ... Das sagt ihr jetzt wahrscheinlich nichts für den Rieger, diese Modekette.

00:08:08: Ich glaub es gibt sie immer noch.

00:08:10: Für die habe ich dann so ein bisschen Innenausstattung gemacht.

00:08:16: Da bin ich durch einen Zufall draufgekommen.

00:08:18: Dann bekam ich irgendwann mal ein Schreiben von der Polizei.

00:08:21: Damals war Österreich noch nicht in der EU, dass ich jetzt entweder inskribiere.

00:08:26: Weil das habe ich dann nicht mehr gemacht oder ich muss das Land verlassen.

00:08:30: und dann hab' ich offiziell das Land verlassen, hab' ihn eher lang fertig studiert und bin danach dann endgültig.

00:08:36: Also ich hab hier gependelt aber bin dann endglücklich.

00:08:39: Dann später wie ich fertig war mit der Uni hergekommen und dann habe ich noch das IKM besucht also an der Musik-Uni... Damals hieß das noch Postgraduale Ausbildung.

00:08:51: Okay, wofür steht IKM?

00:08:53: Institut für ... Jetzt erschlagen Sie mich, wenn ich das falsch sage!

00:08:57: Nein, für Kulturmanagement.

00:08:59: Also es ging um Kultur-Management und das war insofern ganz großartig weil natürlich eine super Möglichkeit war dann hier einfach Kontakte zu knüpfen.

00:09:10: Die Vortragenden kamen so einem Großteil aus der Praxis.

00:09:14: also das hatten wir sehr geholfen so in den Kulturbereich reinzukommen einfach Leute zu kennen, mich zu vernetzen.

00:09:22: Und ja ich bin dann so in die freie Szene reingerutscht und hab halt organisiert Geld aufgetrieben, Sponsoring was man so macht.

00:09:31: Ich bin dann eigentlich über den Weg am Institut für Kulturkonzepte gelandet, die halt jemanden mit Praxisbezug gesucht haben.

00:09:40: Dann hat sich das einfach so weiterentwickelt dann auch immer größere Projekte gemacht, ich hab EU-Projekte gemacht.

00:09:47: Hab die Anträge geschrieben, Projektleitung und bin dadurch auch wieder für Uni interessant geworden.

00:09:54: Und habe dann so Anfang der zweitausender Jahre angefangen mich für das Thema Internet zu interessieren.

00:10:01: Und die Idee war ... Ich hab eigentlich Informationen zum Thema Kulturmanagement gesucht hab im deutschsprachigen Internet nichts gefunden.

00:10:13: Aber so im angelsächsischen Raum gab's da was, wo man Blog dazu gesagt hat.

00:10:19: Das fand ich irgendwie ganz cool und das war grad die Zeit, wo WordPress rausgekommen ist und dann habe ich da mein erstes Blog gestartet.

00:10:29: Das einzurichten geht sehr schnell aber sich zu überlegen, was man damit macht, es war eine Herausforderung Und dann bin ich über das Blog relativ schnell sichtbar geworden.

00:10:40: Also, das kann ich heute noch allen empfehlen wenn man irgendwie Sichtbarkeit braucht auf sich aufmerksam machen möchte ist ein Blog eine gute Idee.

00:10:48: und so habe ich mich mit anderen zusammengefunden und dann haben wir zwei tausend neuen glaube ich also die erste Konferenz organisiert in Deutschland.

00:10:58: in Duisburg war das damals so an der Schnittstelle Kunstkultur und damals hieß es noch Web zwei Punkt Null.

00:11:06: Da kamen überraschend viele Leute.

00:11:08: Wir dachten, da kommen vielleicht hundert Leute und dann unterhalten wir uns so ein bisschen.

00:11:13: Aber es waren da ein paar mehr.

00:11:15: Das haben wir dreimal gemacht und dann haben wir das eigentlich aufgehört weil wir nicht als Konferenzveranstalter enden wollten und wir konnten das auch.

00:11:23: Wir haben's gut hingekriegt aber war eigentlich nicht die Grundidee das Format gewechselt und haben dann immer so auf lokaler Ebene Barcamps organisiert.

00:11:34: Also wir haben die Konferenz Startkonferenz genannt, die Barcams dann Startcamp.

00:11:39: also wir haben das schon... Wir haben uns da was dabei gedacht und die haben wir gar nicht alle selber organisiert sondern die haben beorganisieren lassen.

00:11:46: also es konnte so ein Startcamp organisieren wer wollte und wo er wollte oder wo sie wollte Und wir haben die dann einfach auch unterstützt, weil wir hatten ja eine relativ große Sichtbarkeit und haben sie dadurch gebrusht.

00:11:59: Ich hab das selber hier auch gemacht ...

00:12:02: Erklär mal kurz was ist ein Barcamp?

00:12:04: Ein Barcamp!

00:12:05: Die deutsche Übersetzung ist glaube ich unkonferenz.

00:12:08: im Unterschied zu einer Konferenz wo man sich am Anfang ein Programm überlegt und Sprecherinnen-Sprecher einlädt und damit eigentlich versucht die Veranstaltung zu bewerben Hast du bei einem Barcamp nur einen Thema eine Überschrift.

00:12:24: Und dann kommen dann alle zusammen am Anfang in einem großen Raum, und da wird das Programm gestaltet.

00:12:31: Das Spannende daran ist, dass du ... oder dass alle eigentlich die Möglichkeit haben zu sagen sie wollen zu nem passenden Thema was erzählen?

00:12:41: Oder was ich noch viel spannender finde, dass Sie sagen Ich hätte ne Frage zum Beispiel Thema Crowdfunding.

00:12:47: Ihr möcht Crowdfunding machen und weiß nicht wie es geht.

00:12:50: Dann drehst Du das quasi um.

00:12:52: Also vorne steht jemand, der keine Ahnung hat.

00:12:55: Und drumrum sitzen Leute, die hoffentlich eine Ahnung haben und dadurch entwickelt sich natürlich eine ganz andere Dynamik.

00:13:03: Es kann jeder vorschlagen und es wird abgestimmt und so entsteht das Programm.

00:13:07: Also ein bisschen so Open Source Konferenz sozusagen?

00:13:10: Ja

00:13:10: genau!

00:13:11: Wir haben das dann auch in der Covid-Zeit, haben wir das online gemacht.

00:13:16: Damals war es mit den Unterräumen noch schwierig und da hatten wir drei Lizenzen eingesammelt.

00:13:22: Das Programm war im Google Drive immer mit den Links.

00:13:26: Man musste immer raus aus dem einen Zoom und ins andere Reihen.

00:13:29: War alles sehr kompliziert aber es hat gut funktioniert.

00:13:32: Es war ein schönes Format.

00:13:34: Nur irgendwann war die Zeit von diesem Format vorbei ... Mittlerweile hören sich alle lieber irgendwelche Online-Videos an

00:13:43: und ...

00:13:45: Oder hören irgendwelchen Podcasts.

00:13:46: Genau, ja!

00:13:48: Ja was auf der einen Seite gut ist aber auf der anderen Seite fehlt natürlich so ein bisschen die Interaktion.

00:13:53: Also dieses Many to many ist dann nicht mehr gegeben.

00:13:57: Da hat sich irgendwie durch Corona einiges verändert ne?

00:14:00: Es war damals aus einer Angst daraus.

00:14:03: jetzt das ist glaube ich eher eine Art Bequemlichkeit.

00:14:08: sind es viel auch einfach überdrüssig geworden.

00:14:11: Was jetzt natürlich kommt oder eigentlich schon da ist, das sind Communities.

00:14:17: also ich merke das einfach auch so dieses Miteinander lernen.

00:14:21: nicht dass man nur so einsam vor sich hin lernt und Videos schaut sondern sich einfach mit anderen austauschen kann Das ist schon etwas was vielen gefällt und was eigentlich auch wichtig ist.

00:14:33: Und das ist natürlich etwas was online Auch ganz gut funktionieren kann.

00:14:39: Es hat eine andere Qualität, das muss man klar sagen ... Wenn man sich vor Ort trifft und in den Austausch kommt, dann hat es einfach noch eine andere Kualität.

00:14:49: Kaffeepausen

00:14:50: sind Gold wert!

00:14:51: Aber es geht online auch ganz gut.

00:14:56: Man muss es anders anlegen.

00:14:58: Ich geh nur mal einen Schritt zurück.

00:14:59: Du hast gesagt, dass du nach Wien gekommen bist, um hier zu studieren?

00:15:02: Und dass aber eigentlich das Studium dir gar nicht gefallen hat.

00:15:04: Dann bist du gependelt.

00:15:06: Bist du dann das Wochenende in Wien gewesen und hast wochentags oder zu den Vorlesungen bis nach Erlangen gefahren?

00:15:13: Ja, ich bin so ungefähr.

00:15:15: Genau.

00:15:16: Ich war mal hier mal da, also es war jetzt nicht Wochenenden, dazu ist es dann auch zu weit gewesen.

00:15:22: Und ich weiß, ich war zwei Wochen hier, dann war ich da zwei Wochen in Erlängen, dann in Nürnberg gewohnt ... Es ging nur darum, dass ich halt dann noch die fehlenden Scheine mache, meine Magisterarbeit schreib Das war's dann.

00:15:37: D.h.,

00:15:38: aber die Lehre in Wien oder das Studienfach, wie das hier behandelt wurde, hat denen ich gefallen?

00:15:43: Aber die Stadt hat dir gefallen und dass wofür du hergekommen bist dieser Reichtum an kulturellen Möglichkeiten – das war dein Ding!

00:15:51: Die Stadt hat mir gefallen.

00:15:52: ja, also der Studium nicht weil es mehr zu groß war, da war ich einfach ... Oder anders gesagt, ich hab diese geringe Zahl an Studierenden in diesem einen Fach, die habe ich geschätzt Und dadurch hat jeder jeden gekannt, was in meinen Augen schon ein großer Vorteil ist.

00:16:12: Was hier nicht der Fall war also das war ganz sicherlich das Asset in Erlangen hinzugekommen ist dass ich wenn ich hier den Studienabschluss hätte hinlegen wollen dann hätte ich noch die Mathematik Matura wie man auf Österreichisch sagt Abitur auf Deutsch ablegen müssen, weil ich in Bayern in die Schule gegangen bin und damals dieses Kollegstufen-System eingeführt worden ist.

00:16:39: Und ich damals schon ein Jahr vor dem Abitur Mathematik abgelegt hab, weil es ablegen konnte.

00:16:46: Das habe ich natürlich gemacht, weil das Fach damals ganz viertelig fand.

00:16:50: Was ich heute ein bisschen bereu, aber ja, es war einfach so ... Und insofern hätte ich, wenn ich hier meinen Studium zu Ende bringen wollen auch noch Mathe-Abitur nachmachen müssen.

00:17:00: Eben weil Österreich damals noch nicht in der EU war.

00:17:03: Heute ist das anders.

00:17:04: Weil heute werden die Schulabschlüsse einfach anerkannt egal wie sie zustande gekommen sind.

00:17:08: Wie kannst

00:17:08: du bei Autofahren in Wien?

00:17:09: Ist toll!

00:17:11: Genau.

00:17:12: Also ... Das war damals ein Thema und da hab ich mir gedacht also nee, das muss ja nicht sein.

00:17:18: Und mit einem Magister aus Deutschland kann man hier auch landen Obwohl ich, ganz ehrlich sagen muss ... Ich hab den nie gebraucht.

00:17:27: Dadurch dass ich nie in irgendwie einen großen Betrieb gekommen bin, wo so was eher nachgefragt wird, gab's einfach die Notwendigkeit nicht sich damit zu beschäftigen.

00:17:40: Mir hat die Praxis eigentlich gefallen und das war das, was mich interessiert hat.

00:17:45: Und ich erlebe das ja jetzt heute oder auch in der Vergangenheit wenn es um Online-Marketing ging.

00:17:52: Ich hab ja keinerlei Marketingausbildung.

00:17:54: Ich hab das nie gelernt und hab nur das Glück gehabt, dass ich zu einem Zeitpunkt in den Bereich reingekommen bin, wo man alles auf dem Kopf gestellt hat.

00:18:04: Da hab ich einfach mit auf den Kopf gestellt.

00:18:06: Und da waren so die Kenntnisse, die halt früher notwendig waren und für die man jahrelang studiert hat, die waren dann gar nicht mehr so gefragt.

00:18:15: Insofern habe ich da keinerlei formale Ausbildungen ... Das ist so ähnlich wie jetzt beim Thema KI?

00:18:21: Da kannst du irgendwelche Workshops besuchen und die Zertifikate geben lassen, aber im Studieren so ganz klassisch gibt es ja noch nicht.

00:18:30: Und das finde ich auch ganz okay so!

00:18:32: Ja wir hatten im Vorgespräch oder näherndes ... Du hast dir eine Folge von meinem Podcast angehört und hast darauf reagiert?

00:18:39: Das war der Auslöser... Wir hatten uns vorher schon verabredet ne Folge zusammen aufzunehmen, aber das war jetzt da Auslöser warum wir direkt ins Gespräch gekommen sind.

00:18:46: Da ging es um die Folge mit Christian wo ich ihn gefragt habe, wie er seine spirituelle Orientierung und seine Benutzung von KI im künstlerischen Bereich zusammenbringt.

00:18:57: Und darauf hast du mir direkt geschrieben und das gesagt.

00:18:59: in Wirklichkeit ist es ja eine Frage, wie man die KI verwendet?

00:19:02: Und wem man die KAI überlässt oder ob man sie auch positiv beeinflussen kann?

00:19:08: Meine Frau hat bei dir einen Kurs gemacht vor zwei Jahren.

00:19:12: Da ging es auch schon um KI damals.

00:19:13: Bei uns war das noch kein Thema.

00:19:16: Ich hab danach relativ viel für ihren Unternehmensaufbau gepromptet und sich Sachen rausgesucht.

00:19:23: Und hat mir dann auch mal gezeigt, wie das so funktioniert ... Das ist irgendwie wieder stecken geblieben.

00:19:30: Ich bin ein KI-Muffel!

00:19:32: Aber beim Vorgespräch hast du mir gesagt, dass du die KI anders benutzt?

00:19:36: Und dass für dich das Prinzip des so gratischen Dialogs oder mit KI besonders gut funktioniert?

00:19:44: Hast du Lust, das zu beschreiben?

00:19:46: Naja, vielleicht der erste Schritt oder einen Schritt zurück.

00:19:50: Weil du jetzt gerade so das Thema KI und Spiritualität erwähnt hast.

00:19:55: Ich glaube dass es relativ wichtig ist, so ein Überbau zu haben, eine Metaebene.

00:20:01: Bei mir ist nicht die Spiritualität sondern eher der philosophische Ansatz.

00:20:07: Und die Frage ist eben auch was du für Verständnis hast Was die KI eigentlich sein soll, sein kann.

00:20:17: Und es gibt ein ganz gutes Buch von der Manuela Lenzen das nennt sich Der elektronische Spiegel und sie beschreibt das eigentlich super darin weil sie geht her und sagt die KI ist eigentlich wirklich unser elektronischer Spiegel und so sollten wir sie auch verstehen.

00:20:34: Das heißt die Herausforderung besteht eigentlich darin die KI immer dahingehend zu betrachten dass du dir überlegst was kann ich?

00:20:42: Was die KI nicht kann.

00:20:44: Das heißt auf der einen Seite, dass du dir bewusst machst was du als Mensch eigentlich für Fähigkeiten hast.

00:20:51: Was dich als Mensch auszeichnet.

00:20:53: jetzt gerade wenn wir von Intelligenz reden.

00:20:57: also wir haben die Emotionen Wir haben Gefühle Wir haben Kindheit Also wir haben eine Vergangenheit Und wir haben so diese Körperlichkeit.

00:21:08: Also alles, was eine KI ja nicht hat.

00:21:11: und wenn man sich das so vor Augen hält, dass man sich ... kann man überlegt, was hab ich eigentlich als Mensch, was so eine KI nicht hat?

00:21:21: Dann relativiert sich das in einer gewissen Weise.

00:21:24: also ich fühle mich nicht bedroht von der KI auch wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass natürlich die KI gerade in einem Bereich wie Marketing ein Großteil der Tätigkeiten, die man da ausübt übernehmen wird.

00:21:41: Das mache ich heute schon in allen Kursen und Workshops, dass ich allen zeig wie sie mithilfe von eben prompt das eigentlich zum Großteil automatisieren können.

00:21:51: also wenn du einmal deine Hausaufgaben gemacht hast und weißt wer du bist für wen du was machst und dann vielleicht noch deinen Schreibstil analysieren lässt dann musst du nur noch sagen Schreibt mir ein Text für meinen Workshop oder für mein Konzert und dann kriegst du einen passenden Text.

00:22:11: Und das kann man natürlich ausweiten, weil Marketing ja auch viel mit Psychologie zu tun hat.

00:22:19: Also so dieses Marktschreier-Region ist eigentlich vorbei, sondern es geht eher darum nicht den Leuten etwas anzudrehen was sie nicht brauchen, sondern sie anzutriggern in dem Moment wo Sie merken hey das könnte mir weiterhelfen Und da gibt's natürlich irrsinnig tolle Sachen, mit denen man arbeiten kann.

00:22:39: Jetzt komm ich zu deiner Frage... Du musst dir dann überlegen wie arbeitest du damit?

00:22:44: Es ist relativ simpel wenn ich etwas nicht weiß, dann frage ich die IKI und da gib mir die IKAI die Antwort.

00:22:50: Dann verwende ich die Antwort und das ist es dann.

00:22:54: Die Frage ist nur was hab' ich denn davor?

00:22:56: Ich habe jetzt zwar für den Moment die Antwort aber habe ich irgendwie was dazu gewonnen?

00:23:01: entsteht ein Mehrwert raus?

00:23:03: Nein.

00:23:04: Und da gibt's verschiedene Studien, die zeigen, wenn wir die KI so nutzen, dann werden wir eigentlich dümmer und dümme.

00:23:12: Die Frage ist aber ... Die Frage beschäftigt mich jetzt nicht nur im Hinblick auf die KI, sondern ganz generell nämlich wie lernen wir eigentlich richtig?

00:23:22: Wir lernen ja eigentlich grundfalsch sich Text markieren oder ein Text noch mal lesen.

00:23:28: Das ist eigentlich ... Unsinnig, sondern wir müssen eigentlich die Inhalte, die wir uns irgendwo aneignen.

00:23:35: Dann entweder anwenden oder wir müssen versuchen ... ohne noch mal zu lesen und versuchen zu wiederholen was wir als gelernt haben.

00:23:44: also wenn du ein Buch liest dass du danach versuchst ohne zu blättern zusammenzufassen was in diesem buch drin steht was du mitgenommen hast aus dem buch was für dich wichtig gewesen ist.

00:23:57: Also lernen ist anstrengend und hat viel mit vergessen zu tun.

00:24:02: Ohne zu vergessen kannst du nicht lernen, weil wenn Du nichts vergisst dann hast Du es ja schon, da ist das ja kein Lernen mehr sondern dann ist es ein Status quo den Du einfach behältst.

00:24:13: Und das habe ich eigentlich versucht umzudrehen indem ich die KI nicht mehr nur einfach frag wie funktioniert etwas?

00:24:22: Sondern dass sie hier sagt hilf mir durch Fragen selber herauszufinden, wie etwas funktioniert oder dass ich selber etwas erklären kann.

00:24:30: Es gibt bei ChatGPT und den anderen mittlerweile auch so einen eigenen Lernmodus der eigentlich genau darauf angelegt ist.

00:24:37: Und dann bekommst du halt nicht einfach nur etwas erklärt sondern DKI fragt dich halt und das kann sie sehr gut und da musst du die Fragen beantworten und dann musst du dich selber auch darum kümmern.

00:24:48: also lernen muss eigentlich anstrengend sein.

00:24:52: wenn lernen nicht anstrendend ist kennst du vielleicht, wenn's um Sprachen geht?

00:24:57: Wenn du irgendwie auf Level A anfängst und du kannst in Wirklichkeit schon sehr viel mehr.

00:25:04: Dann ist das zwar total komfortabel weil du hast keinen Stress aber du lernst doch nichts.

00:25:09: Und Lernen tust du eigentlich nur, wenn es anstrengend ist und wenn du versuchst dass was du da hörst vorgesetzt bekommst auch verbindest mit deinem jetzigen Wissen also dem was du tust was du lernst, nicht irgendwo direkt anbinden kannst.

00:25:27: An deinen jetzigen Status quo und das, was du tust, dann ist es eigentlich verlorene Liebesmüh.

00:25:34: Und dann komme ich wieder zurück auf deine Eingangsbemerkung, dass ich mich so sehr um die Leute gekümmert hab, um jeden einzelnen und jeder Einzelne, weil's nämlich genau darum geht mit dem, was man da vermittelt, dann direkt unmittelbar in deren Tun ... anzudocken.

00:25:51: Weil sonst lande ich damit nicht, sonst ist das ganz nett.

00:25:54: Sonst nimmt man Parfolien mit nach Hause

00:25:57: und dann

00:25:58: ist es aber auch vorbei.

00:25:59: Das war's dann und das ist so die Grundidee.

00:26:02: Und dann verwendest du die KI nicht nur um dir die Sache leichter zu machen sondern du nutzt die KI eigentlich wirklich um dich selber schlauer zu machen und das finde ich ein Ansatz der mir entspricht total wertvolle Dienste leisten kann.

00:26:21: Ich hab natürlich jetzt schon ein bisschen darüber nachgedacht, seitdem du mir das erzählt hast vor ein paar Tagen.

00:26:26: und dass was ich abgesehen von den Bedenken daraus entstehen, dass für mich die falschen Leute das Geld geben oder was für Interessen hinter der KI stehen und hinter der Entwicklung von KI größtenteils stehen.

00:26:41: Gibt es diese Randerscheinungen von den Leuten ... Ich habe es nicht genug recherchiert.

00:26:50: Es gibt viele Menschen, die vor Videos sitzen müssen um sie zu bewerten und sich alles Mögliche antun müssen, um rauszufiltern und gewisse moralische Instanzen in KI einzubauen, die sehr schlecht bezahlt werden wie moderne Sklaven irgendwo dafür sorgen dass wir selbstverständlich diese KI vor uns hin nutzen können.

00:27:12: Dann gibt's für mich den Faktor das über ... den Serveraufwand, den Energieaufwand dahinter KI steckt kaum gesprochen wird.

00:27:22: Dass selbstverständlich jeder irgendwie am Tag seine Fünfhundert Prompt macht und gar nicht weiß wie viel Energie dadurch verbraucht wird... dass es irgendwie so abgekoppelt wird weil man halt sagt naja das ist jetzt eine Entwicklung da müssen wir halt alle mitmachen.

00:27:34: was ist jetzt ganz wichtig und so?

00:27:35: Weil bei das eben diese sozusagen die moralische Instanz nicht mitläuft.

00:27:41: Okay also jetzt haben wir zwei Themen.

00:27:43: ja das eine war die Bezahlung und das andere war die Energie.

00:27:47: zum Thema Bezahlung, ja ist ein Problem.

00:27:51: Aber es hier jetzt kein KI-spezifisches Problem.

00:27:54: Wir arbeiten bei dem Konsumkulturbereich und das ist nicht so dass die Situation sich erst durch das Aufkommen der KI verschlechtert hat sondern das war ja davor schon immer ein Thema.

00:28:03: also liegt das eigentlich an uns da was zu ändern oder wir hätten eigentlich schon lange ganz andere Rahmenbedingungen schaffen müssen.

00:28:12: natürlich kann man das da KI vorwerfen aber das kann ich auch Plattformen wie Spotify oder dem Fernsehen, oder Konzertveranstaltern vorwerfen.

00:28:22: Wenn ich egal ... Weil all diejenigen in der Regel versuchen, möglichst günstig an Content dranzukommen um das jetzt mal so ganz flapsig zu formulieren.

00:28:33: Also es ist ein generelles Problem.

00:28:35: Kreative

00:28:35: Arbeit völlig unterbesucht?

00:28:36: Genau, dass kreative Arbeiten nicht entsprechend bewertet und dann auch entsprechend finanziell abgegolden wird.

00:28:44: Das ist ein Punkt!

00:28:45: Da wird sich etwas ändern müssen.

00:28:47: Es kann sein, dass wir das vielleicht gerade durch die KI schaffen, weil es ja da im Augenblick relativ offensichtlich ist, dass sich die großen Unternehmen da bedient haben ohne zu fragen.

00:29:00: Sind doch die ersten Urteile jetzt gefallen?

00:29:01: Genau, es gibt die ersten Uhrteile.

00:29:03: Das heißt man wird da irgendwo eine Lösung finden müssen.

00:29:07: Die Frage ist ob sie aus Künstlerinnen Sicht oder aus Sicht der Kreativen ... ein positiver Ausfeld wie das bis jetzt in der Vergangenheit gewesen ist.

00:29:17: Da bin ich so ein klein wenig skeptisch,

00:29:20: weil

00:29:21: wir gerade wenn man sich durch die Entwicklung unserer Gesellschaften anschaut eher in Richtung gehen wo die Leute den Standpunkt vertreten naja wenn die mit ihrer Kunst kein Geld verdienen dann sollen sie halt was anderes machen.

00:29:34: ja da fehlt glaube ich so mehr und mehr das Grundverständnis Die Würdigung von Kultur Genau, die Wertschätzung.

00:29:43: Und das kann durchaus sein, dass wir so eine Entwicklung nehmen wie wir sie ja öfter schon in der Geschichte hatten.

00:29:49: Dass dann die Kunst irgendwann mal verschwindet und die Leute dann merken wenn sie nicht mehr da ist was ihnen eigentlich fehlt.

00:29:55: Und dann haben wir halt wieder die Gegenbewegung.

00:29:58: Das ist deine Punkt.

00:29:59: Der andere Punkt ist das Thema Energie.

00:30:03: Ja, das stimmt KI zu verwenden kostet sehr viel Energie.

00:30:07: Das gleiche Thema hatten wir beim Thema Blockchain auch schon Und natürlich ist es so, dass man sich darum kümmern muss.

00:30:15: Das passiert ja auch ... Dass weniger Energie verbraucht wird.

00:30:22: Also wenn du die Chinesen anschaust mit ihren Modellen, die verbrauchen sehr viel weniger.

00:30:29: Wobei wir noch darüber diskutieren müssen, ob sie nicht nur deswegen weniger verbrauchen, weil sie einfach klauen?

00:30:35: Ja das stelle ich jetzt mal so offen in den Raum.

00:30:38: Ich weiß das nicht und habe keine Beweise!

00:30:40: Aber es könnte natürlich sein.

00:30:42: Generell ist da sicherlich was dran und in die Richtung müssen wir auch weiterarbeiten, dass der Energieverbrauch reduziert wird.

00:30:51: aber das haben wir ja jetzt nicht nur beim Thema KI.

00:30:56: Da komme ich zum dritten Punkt auf den ich vorhin irgendwie kommen wollte Die Art wie man KI benutzt umzudrehen und zu sagen Ich nutze tatsächlich diesen riesigen Wissensspeicher Und erwarte gar nicht, dass daraus was Neues entsteht.

00:31:12: Weil das tun ja viele Leute, die in Kain investieren und denken jetzt muss es alles ganz toll werden und ich muss gar nichts mehr Besonderes machen.

00:31:18: Sondern ich nutze es als das, was ist, als ein Zugang zu unglaublich viel menschlicher Erfahrung.

00:31:27: Und nutze aber als Anlass oder Trigger um mich auf der anderen Seite da wo Menschen etwas können, das die Kain nicht kann weiterzuentwickeln.

00:31:38: Und das find ich total spannend, diesen Anderspunkt.

00:31:42: Du hast den Sokratischen Dialog genannt?

00:31:46: Kannst du da kurz vom philosophischen Ansatz noch mal genau erklären, was das eigentlich ist?

00:31:52: Sokrantische Dialog heißt in dem Fall einfach, dass du dich weiterentwickelst, indem du Fragen beantwortest.

00:31:59: Man sagt, dass Sokrates so gelehrt habe im Gegensatz zu den anderen

00:32:02: Philosophen.

00:32:02: Genau, Dokretär hat ja immer Fragen gestellt

00:32:05: und

00:32:06: nicht hergegangen Vorträge gehalten, das hat er vielleicht auch gemacht.

00:32:11: Aber der Begriff so gratischer Dialog stammt eben genau daher, dass er immer Fragen gestellt hat und ... Das macht in meinen Augen auch Sinn.

00:32:23: Ja, das macht auch deswegen Sinn, weil es eine ganz andere Art von Lehren ist.

00:32:29: Im Grunde genommen ist es viel einfacher wenn ich mich hinstelle.

00:32:32: Ich hab meine Folien schmeißt ihr an die Wand.

00:32:38: Das ist ja einfach.

00:32:39: Aber das Umzudrehen, das finde ich eigentlich das Spannendere.

00:32:43: Dass meine Aufgabe dann wenn ich da vorne steht darin besteht Fragen zu stellen und Leute dazu zu bringen dass sie die Fragen beantworten und sich dadurch weiterentwickeln weil Sie sich selber Gedanken darüber machen hat für mich eine ganz andere Qualität Unabhängig vom Thema KI einfach ein total wichtigen Ansatz.

00:33:10: Im Endeffekt, wenn du anschaust wie wir lernen dann verwenden wir eigentlich seit ewigen Zeiten einen völlig falschen Ansatz.

00:33:19: und das muss eigentlich nicht sein und das ist mir eigentlich so ein Anliegen dass wir versuchen richtig zu lernen zwar so Wir halt nicht schnell mal ins Kurzzeitgedächtnis reinhauen und dann nutzen wir das halt, mal kurz.

00:33:35: Oder ist es aber auch wieder weg?

00:33:38: Ja!

00:33:38: Weil das Interessante ist ja... Unser Kurzzeit Gedächtnis ist begrenzt da passt nicht viel rein.

00:33:44: Aber das Langzeigedächtness hat keine Grenzen.

00:33:47: Da passt sehr, sehr viel rein eigentlich ohne Grenzen.

00:33:52: Also besteht doch die Herausfordererin darin, dass wir wenn wir lernen das was wir lernen was wir uns aneignen in den langzeitgedächtnis reinbringen.

00:34:03: und da ist der so gratische Dialog halt insofern hilfreich weil man sich aktiv um den wissenserwerb kümmern muss und gleichzeitig aber auch mit seinem eigenen Rahmen mit seinem eigenen Kontext sofort die Verbindung zu seinem Status Quo herstellen kann.

00:34:20: Also da ist die Verbindung dann automatisch da, bin ich nur losgelöst von allen realen Projekten, die Kurs oder Workshop-Teilnehmerinnen haben, da irgendwas erzählt?

00:34:32: Dann ist die Gefahr einfach groß dass ich dort zwar irgendwie was interessantes erzähle aber das ist dann halt danach auch weg.

00:34:40: Und das finde ich eigentlich einen wichtigen Aspekt.

00:34:43: Eigentlich müssten wir lernen zu lernen.

00:34:48: Da kann uns eben die KI auch eine Hilfe sein, weil ... Wir haben ja nicht immer jemanden zur Hand der uns dann die richtigen Fragen stellt.

00:34:57: und da die KI zu nutzen, das finde Ich nicht ungeschickt.

00:35:00: und wenn sie dazu beiträgt dass wir dann uns selber weiterentwickeln, weil davor haben wir immer die Angst, dass das eben nicht passiert.

00:35:09: Dass die KI uns irgendwann mal übertrumpft und natürlich ist die KI jetzt was Wissen angeht und wahrscheinlich in vielen Bereichen eh schon überlegen aber so in der Gesamtheit und dann kommen wieder zum elektronischen Spiegel zurück quasi spiegelt, was wir tun.

00:35:32: Da bekommt die KI eine ganz andere Aufgabe und zwar die, dass sie uns dabei hilft, uns weiterzuentwickeln.

00:35:39: Und das finde ich jetzt schon erstrebenswert.

00:35:44: Zwei Sachen fallen mir dazu ein.

00:35:47: zum einen ... Ich bin ja auch Buddhist und hab im Podcast gesprochen.

00:35:54: In der Anfangszeit, als ich anfing zu praktizieren vor damals habe ich relativ viel gelesen, unter anderem über die Entstehungsgeschichte dieser buddhistischen Organisation.

00:36:04: Und einer der Gründungspräsidenten, Marcigucci hieß er, war Erzieher und hat etwas gesagt was mir hängen geblieben ist.

00:36:11: Der meinte eines der größten Probleme oder größte Missstände unserer Zeit ist dass Wissen und Weisheit verwechselt werden.

00:36:22: Also das war in den zwanziger, dreißigern Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in Japan.

00:36:29: Und er war Erzieher und hat eine Tendenz gesehen dass wir uns langsam zu einer Wissensgesellschaft, einer Informationsgesellschaft hin entwickeln.

00:36:36: Und der hat gesagt wenn man immer nur dem Wissen hinterher rennt, der Information hinterherrennt aber das Anwänden auf das konkrete Leben des Menschen vernachlässigt dann wird es ein Riesenwasserkopf, so was wir heute erleben.

00:36:51: Dass wir Zugang haben zu unglaublichen Informationsquellen.

00:36:54: aber die Frage ist, was machen wir damit?

00:36:57: Das ist der entscheidende Punkt und ich glaube diese Frage wird noch viel wichtiger werden weil wissen ja eigentlich jetzt wenn man zur Lopf formuliert kein Wert mehr hat.

00:37:12: Ich kann ja die KI fragen.

00:37:13: Also ich würde nicht sagen, dass wir in der Wissensgesellschaft sind oder in der Informationsgesellschaft, sondern wir sind gerade am Sprung irgendwo anders hin.

00:37:22: und die Frage ist eben wo ist dieses Anders?

00:37:27: Und wie schaut das aus?

00:37:29: Weil es gibt ja viele Bereiche, die haben ihren Stellenwert dadurch bekommen, dass sie so ein exklusives Wissen hatten Ärzte zum Beispiel oder der Finanzbereich, oder der Rechtsbereich.

00:37:48: Da konntest du in der Vergangenheit viel Geld damit verdienen weil du einen Wissen hattest das andere nicht haben und durch die KI wird es eigentlich entwertet.

00:37:57: also wissen hat so gesehen kein Wert.

00:38:01: Deswegen glaube ich auch, dass diese reine Form der Wissensvermittlung, indem man sich irgendwo in ein Workshop rein setzt und sich was anhört oder in den Kurs oder sich YouTube-Videos anschaut oder anhört, anschaut unanhört, das die Zeit eigentlich vorbei ist.

00:38:18: Du musst es nutzen!

00:38:20: Also die Frage ist, was machen wir damit?

00:38:22: Und das schließt genau an das an, was du gesagt hast.

00:38:26: Das wäre dann die Weisheit.

00:38:28: Also die Weisheit ist das, was dich dazu befähigt.

00:38:31: Das Wissen sinnvoll

00:38:33: anzuwenden.

00:38:35: und da kommt natürlich noch dieser Aspekt dazu dass der Begriff des Gewissens damit rein spielt.

00:38:44: also wenn man tut was möglich ist einfach nur weil es möglich ist kann jede Entwicklung fatal sein ob das die Entwicklung der Atombombe ist oder die Entwicklung der KI oder alles Mögliche kann kann da hinführen, dass ... Also wenn sie losgelöst ist von moralischen Erwägungen.

00:39:05: Dass die eine Art von Eigendynamik entwickelt.

00:39:08: Aber das war immer schon so?

00:39:11: Und trotzdem wird es ja lange nicht immer beachtet.

00:39:15: Eigentlich nie!

00:39:16: Die Leute, die das Geld reinstecken in die Entwicklung der KI haben zum größten Teil keine moralischen Skupel.

00:39:24: Es geht ihnen einfach darum, möglichst schnell damit viel Geld zu machen.

00:39:28: Wenn die Menschen mehr moralisches Gruppel hätten, dann hätten wir keine Kriege auf dieser Welt.

00:39:32: Dann hätten

00:39:33: wir keinen Krieg auf der Welt und deshalb finde ich eben dieses ... Ich bleib da leider manchmal drin stecken.

00:39:41: Deshalb freue ich mich über unser Gespräch.

00:39:45: Ich bremst mich selber aus und bleibe aber auf so einem halbinformierten Zwischenbereich.

00:39:52: Also das was ich ... Warum ich diesen Podcast mache und warum ich dieses Thema gewählt habe für den Podcast ist ganz klar, weil ich eben hören als etwas völlig unterrepräsentiertes in unserer visuellen Gesellschaft empfinde.

00:40:05: Und weil ich das Gefühl habe dass die Fähigkeit zu hören bewusst zu hören oder aktiv zu hören und mit seinem Hörsinn bewusst umzugehen tatsächlich was bewirkt was die Welt friedfertiger machen kann Friedensfähiger.

00:40:20: die Fähigkeit zuzuhören, hilft uns weiterzuentwickeln.

00:40:23: Sonst bleiben wir ja bei uns selber und wo kommt dann der nächste Schritt her?

00:40:29: Also wie eignen wir uns ...

00:40:32: Man kann sich auch überlesen, auch wissen aneignen aber wissen was man über sich überlesend aneignet.

00:40:40: Aber das ist so, ja ich versteh was du meinst.

00:40:42: Das ist für mich zweidimensionales Lernen aber du brauchst andere um dich weiterzuentwickeln.

00:40:47: also dreidimensionale.

00:40:49: und das ist das besondere finde ich am hören dass man Während man etwas aufnimmt gleichzeitig in kontakt mit sich selbst sein kann.

00:40:57: Also hören is wichtig Für die interaktion mit anderen.

00:41:03: Über das hören definierst Du oder kannst Du auch Die zeit definieren

00:41:09: erklär ...

00:41:10: in dem Moment, wo ich dir zuhör vergeht die Zeit.

00:41:12: Ähm...

00:41:15: und wenn du mir nicht zuhörtest, vergeht dich halt nicht?

00:41:19: Es geht nur um die Definition.

00:41:20: natürlich vergeht ihr das ähm... es geht nur über um die Frage wie du das definierst welchen Verwendungsweck du mit dem Hören zugestehst.

00:41:29: Du lebst mit

00:41:29: der Zeit anders,

00:41:32: wenn du zuhöhrst oder...?

00:41:33: Nein, so ist... du füllst die Zeit mit etwas.

00:41:37: Ja, du kannst dich natürlich auch hinsetzen und versuchen nirgendwo zuzuhören.

00:41:42: Dann ist die Frage, was machst du mit deiner Zeit?

00:41:45: Wie gehst du mit der Zeit?

00:41:46: umbringt dir die Zeit etwas?

00:41:48: und in dem Moment wo du zuhörst entweder nur zuhören oder ein Gespräch führen, wo man sich wechselseitig zuhört dann hast du ja die Möglichkeit dich weiterzuentwickeln Und das passiert auf einer Zeitachse.

00:42:04: Also philosophisch gesehen kannst Du durchhören und zuhören definieren oder beweisen, dass es die Zeit gibt.

00:42:13: Also in sofern ist ja hören eigentlich auch ganz wichtig und hören ist ja auch wichtig im Hinblick auf die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft weil wenn wir uns nicht zuhören dann wird das nichts mehr mit unsere Gesellschaft und wir leben gerade in so einer Zeit wo wir uns eigentlich nicht zuhören oder immer weniger

00:42:34: nur ganz kurz und schnell einordnen.

00:42:37: Eigentlich ist es kein Zuhören mehr, sondern wir werfen uns unsere Standpunkte um die Ohren ... Was du mir sagst, interessiert mich nicht.

00:42:48: Ich will nur meinen Standpunkt loswerden.

00:42:50: Dann bin ich wieder weg!

00:42:51: Die Pause suchen, wo man ins Reinkommt?

00:42:54: Genau so zwischen dem Atem holen immer den eigenen Standpunkt reinbringen.

00:43:01: Zum Glück ist das nicht überall so, zum Glück ist nicht das ganze Leben eine Talkshow.

00:43:04: Aber ne Tendenz in die Richtung gibt's ganz klar und das ist einer der Ausgangspunkte meines Podcasts.

00:43:12: Und ein anderer Punkt ... Es ist halt meine Überzeugung, dass ... Klangqualität, Sound macht was mit uns.

00:43:21: Natürlich!

00:43:22: Wenn man einen Raum betritt, die meisten Leute nehmen es nicht bewusst wahr, was ein bestimmter ... akustischer Raum mit ihnen macht, aber es macht was mit uns.

00:43:35: Und wenn wir so wie spätestens seit zweitausend ... Äh, zwei Tausend zwanzig regelmäßig in irgendwelchen Online-Konferenzen hängen und die meisten Menschen nicht wissen ... Die meisten wissen ja gar nicht, wie sie klingen auf Zoom.

00:43:50: Man hört sich ja nicht selbst, man hört nur die anderen.

00:43:53: Man ärgert sich über den Sound der Anderen und versucht vielleicht das bisschen, dass man selber da tun kann zu verbessern.

00:44:00: In Wirklichkeit gibt es ja viele Möglichkeiten, das zu verändern und zu verbessern, bessere Bedingungen zu schaffen.

00:44:08: Ja ... Das glaub ich auch, dass da viel zu wenig drauf geachtet wird.

00:44:12: für mich weil du das gerade angesprochen hast ist so ein Beispiel wo man sehr gut merkt, dass Akustik eine wichtige Rolle spielt wenn du in die Kirche gehst, in ne große Kirche.

00:44:25: Weil dann gehst du rein und du merkst sofort, da is was anders.

00:44:30: Also das ist für mich so, dass wahrscheinlich das Paradebeispiel ... Wenn's um die Frage geht, woran erkenne ich denn?

00:44:38: Dass die Akustik eine Rolle spielt.

00:44:40: Kirchen sind da vermutlich ein ganz gutes Beispiel.

00:44:43: Genau!

00:44:43: So einen Raum entschleunigt automatisch.

00:44:47: Ich hab mal für den Freund die Trauerfeier seiner Mutter moderiert und wir hatten uns vorher abgesprochen, welche Texte was, welche Überleitung und so weiter.

00:44:59: Das habe ich da zum ersten Mal gemacht.

00:45:01: Und dann habe ich gemerkt dass ich eben in dem Rahmen dieser Feuerhalle einfach viel zu schnell gesprochen hab.

00:45:06: Und das ist tatsächlich eine andere ein anderes Sprechtempo einen anderen Rhythmus braucht einen Raum der einen so großen Naturall hat zu besprechen.

00:45:17: Ja es hat natürlich auch mit uns selber zu tun dass wir immer die Angst haben hier werden uninteressant und deswegen versuchen wir schneller zu sprechen.

00:45:25: Und das, was wir als schnelle Sprechen empfinden ist für die anderen gerade ganz angenehm?

00:45:31: Oder eben nicht!

00:45:32: Oder es ist so schnell ... Man

00:45:33: kommt genau.

00:45:34: Wenn man nicht hinterherkommt mit dem... Man muss es ja irgendwie auch verarbeiten und muss ja auch ankommen.

00:45:39: Gerade wenn man unsicher ist im Sprächen oder es nicht gewohnt ist vor mehreren Leuten zu sprechen, dann versteckt man sich vielleicht ein bisschen hinter seinem Schnellen sprechen.

00:45:50: Ja also ich glaube auch dass das eher aus der Unsicherheit heraus resultiert.

00:45:55: Und das

00:45:55: zu üben?

00:45:56: Auch Pausen zu machen,

00:45:58: sehr

00:45:58: sekundenlang stille.

00:46:02: Das halten viele ja gar nicht aus und das hat auch mit hören zu tun.

00:46:12: Ich kann ja auch hören dass ich nichts höre.

00:46:16: Und still ist uns ganz oft unangenehm Wenn man sie nicht bewusst sucht.

00:46:26: Genau, wenn sie plötzlich so da ist und wir rechnen damit dann, versuchen wir ganz schnell was dagegen zu unternehmen.

00:46:37: Das hat auch etwas mit Hören für mich zu tun.

00:46:42: Du musst noch stille aushalten.

00:46:46: Viel ist das unangenehm ... Weil sie dann irgendwie so auf sich selber zurückgeworfen werden.

00:46:52: Dann sind sie mit sich quasi alleine, da passiert nichts drumrum.

00:46:56: Keine Trigger-Nichts und dann wird es plötzlich unangenehm oder schwierig.

00:47:00: Unangenehmschlecht und schwierig.

00:47:05: Ich hab jetzt gerade das erste Mal die Gelegenheit gehabt als Podcastexperte ein Seminar mitzugestalten für Journalisten, die zum Teil selbst schon Podcasts haben von ihrem Unternehmen den Auftrag bekommen haben, demnächst ein Format in Podcast-Format umzuwandeln.

00:47:26: Und das war sehr interessant.

00:47:27: also mit Leuten die zum Teil schon fünf zehn Jahre als Journalisten arbeiten Aufnahmen zu machen In einem bestimmten Raum und sie das direkt anhören zu lassen.

00:47:37: was dass Mit einer Macht wenn man es dann hört?

00:47:41: Also die meisten Die meisten Leute sind es ja nicht gewohnt aufgenommen zu werden und ihre eigene Stimme zu hören.

00:47:48: Viele Leute, die viel mit der Stimme arbeiten mögen sich selbst gar nicht hören weil das so anders klingt als man's gewohnte ist.

00:47:55: Wenn man es dann aber macht wenn man sich quasi kontrolliert über eine Audioaufnahme Dann muss man da sehr wohlwollend sein Weil man wie bei Video Aufnahmen eigentlich nur die Fehler sieht und hört.

00:48:10: Und wichtig ist aber, das so anzuhören.

00:48:12: Dass man daraus lernt und überlegt was kann ich anders machen damit es besser wird?

00:48:17: Das war grade was das Sprechtempo angeht für viele Leute sehr interessant zu hören, dass sie selber hören können, dass die zu schnell sprechen, aber eben nicht während sich sprechen.

00:48:29: Du sprichst jetzt von offenkundigen Fehlern.

00:48:31: Die Herausforderungen haben auch viele ... ganz gut beherrschen und trotzdem immer mit sich unzufrieden sind.

00:48:39: Ich kenn's jetzt nicht so sehr vom Hören, sondern ich kenns vom Sehen weil wenn es im Marketing darum geht dass man sich selber zeigt auf Instagram oder sonstwo wo einfach achtzig prozent der Menschen die totale Panik haben und sagen ha da wirklich schlecht und das mag ja bei manchen Stimmen ja dass man dann noch Verbesserungsbedarf entdecken kann.

00:49:03: Aber im ersten Schritt ist es einfach nur die Tatsache, dass ... Die anderen uns tagtäglich hören.

00:49:10: Wir hören uns halt nicht und deswegen ist das ungewohnt.

00:49:13: Und dann kommt so dieser Abwehrreflex?

00:49:17: Ja, es ist sehr interessant, wie er das verunsichert oder wie man ... Ich erinnere mich als ich ... Wie alt mag ich da gewesen sein?

00:49:25: Neun?

00:49:26: Acht oder neun war ich, glaube ich, mein erstes Kassettenrekord geschenkt bekommen.

00:49:31: Der hatte eine Aufnahmfunktion!

00:49:33: Und ich hab dann meine Stimme aufgenommen.

00:49:36: Ich weiß doch, wie schräg ich das fand mich selber zu hören ... Aber ich hab das relativ viel gemacht und hab mich gewöhnt.

00:49:42: Inzwischen ist es dadurch, dass es mein Beruf geworden ist noch wieder was anderes.

00:49:48: Ich kann damit ganz anders umgehen.

00:49:50: Ja.

00:49:50: Aber ich erinnere mich auch an diesen Moment zu denken, ja, jetzt kommen wir auf eine Art total bekannt vor, aber überhaupt nicht!

00:49:59: Das ist schon schräig.

00:50:00: Also ich kenne das von mir selber auch, weil ich halt auch viele Inhalte einfach als Online-Video aufnehme.

00:50:08: Und da hab' ich ja genau das gleiche Thema, dass ich mich dann danach anschauen und anhören muss!

00:50:15: Ja...

00:50:16: Und am Anfang denkst du dir immer, oh Gott, ich möchte nicht, das kannst du ja niemandem zeigen oder zumuten.

00:50:23: Irgendwann kommst du dann drauf, jo.

00:50:26: So schlimm ist jetzt gar ... Das

00:50:27: können die auch selber beurteilen.

00:50:30: Genau, und die anderen müssen sich ja sowieso jeden Tag hören und sehen.

00:50:34: also...

00:50:35: Ich hab da in der Corona-Zeit eine interessante Erfahrung gemacht für mich beim ersten Lockdown.

00:50:41: ich hatte dann einen Theatervertrag Und dann ist halt sofort vom Eintag auf dem andern alles abgesagt worden.

00:50:47: es gab keine Proben mehr uns gab natürlich noch keine Aufführung oder so und ich saß hier In diesem Raum und dachte okay was?

00:50:55: kann ich jetzt geben, was Menschen bereichert.

00:51:01: Und hab dann angefangen für ... Ich weiß nicht, zwei Monate oder so was, jeden Tag ein Gedicht einzusprechen aufzunehmen mit Video und Onlinezustellen.

00:51:13: Und ich bin damit, obwohl ich ja in dem Bereich arbeite auch überhaupt nicht ... fühl mich damit überhaupt nicht wohl.

00:51:23: Aber in dem Moment hab ich gedacht, das ist völlig egal.

00:51:26: Mein Perfektionismus gehört hier gar nicht her.

00:51:29: Wir sind in der Zeit, wo jeder alleine zu Hause hockt und die Tendenz hat am Rad drehen zu können.

00:51:37: Das macht den Leuten Angst, es wirft Gedanken auf ... Man muss sich mit dem Tod auseinandersetzen, man hat das Gefühl, wenn ich vor die Tür gehe, kann mich mit einer totbringenen Krankheit anstecken.

00:51:48: Und Leute haben ganz andere Gedanken gehabt Wenn nicht in dieser Zeit sind zeitlose Texte wertvoll.

00:51:57: Und da hat man angefangen, Goethe, Schiller, Hellerlin, Rilke ... Texten, die ich kannte oder zum Teil extra rausgeholt hab.

00:52:07: dafür, einfach einzusprechen jeden Tag eins.

00:52:10: und das war so gut für mich diesen Perfektionisten eine Zeit lang in die Kammer zu stellen.

00:52:17: Es geht jetzt gerade gar nicht um mich!

00:52:21: Es geht um diesen Text, es geht um diese Botschaft.

00:52:23: Es geht über dieses Element der Entschleunigung Menschen was zu geben, was ihnen in dieser Zeit gut tut?

00:52:29: Ja ja, das geht schon auch um dich finde ich.

00:52:35: Aber da ist nicht der Fokus drauf!

00:52:38: Das müssen wir uns jetzt anschauen.

00:52:42: Bist du dir sicher?

00:52:43: Du meinst, ich hab das nicht gemacht.

00:52:45: Um damit es mir besser geht oder um mich einen Mittelpunkt zu rücken?

00:52:49: Nein, das glaub ich nicht!

00:52:50: Aber du hast es auch für dich gemacht

00:52:54: ... Ja, auf jeden Fall.

00:52:58: Und da war in dem Moment gar keine Grenze.

00:53:00: Die Frage war nicht wichtig.

00:53:02: Es ging mir nicht darum, schnell möglichst viele Leute zu erreichen.

00:53:06: Das ist das, was ich jetzt tun kann und damit gebe ich mir selber eine Struktur Und es hat auch dazu geführt, dass Leute sich das regelmäßig angehört haben und dazu Feedback gegeben haben.

00:53:20: Das

00:53:20: ist ja eigentlich sehr spannend!

00:53:22: Es ist einfach der Versuch unter veränderten Rahmenbedingungen, der Kreativität ihren freien Lauf zu geben halt auf eine andere Art und Weise.

00:53:33: Du suchst dir einen Format und du suchst dann Wege wie du die anderen erreichen kannst weil das halt auf den Wegen, auf denen's vorher funktioniert hat... grad nicht möglich war.

00:53:42: Mhm.

00:53:43: Also insofern ... ja, spannend!

00:53:45: Ja?

00:53:45: Das Burgtheater hat das auch gemacht.

00:53:48: Da haben die Schauspielerinnen und Schausspielern alle ihre Lieblingstexte gelesen.

00:53:53: Und weiß ich nicht mehr, ob es auf Instagram oder YouTube war.

00:53:56: Das fand ich auch ganz interessant.

00:53:58: Damals

00:53:58: war's wahrscheinlich noch Instagram.

00:54:00: Heute wärs YouTube.

00:54:01: Ich weiß gar nicht mehr.

00:54:02: Ist auch egal letzten Endes.

00:54:03: Ich glaub, Instagram war was, du hast recht.

00:54:06: Und ich fand's aber spannend einfach zu sehen Was sind denn die Lieblingstexte, weil das ja auch interessant ist?

00:54:13: Oder ich kann mich erinnern.

00:54:15: Die Museen, also gerade die Großen haben sich dann irgendwie hingesetzt und haben sich ein Bild rausgezogen.

00:54:21: Und dann haben sie sich über dieses eine Bild unterhalten.

00:54:24: Das war insofern interessant für mich, weil du da schon ne Entschleunigung reingebracht hast.

00:54:33: bei unter normalen Umständen ... Macht man sowas nicht und wahrscheinlich würde auch keiner zuhören oder zuschauen.

00:54:40: Ja, weil wir sind ja alle beschäftigt, wenn wir gar nicht die Zeit dafür glauben werden.

00:54:46: Und du gehst in eine Ausstellung hast halt das Überangebot von ... Fünfundert Bildern?

00:54:50: Dann nimmst ihr halt keine Zeit, dich mit einem wirklich in der Tiefe zu beschäftigen, wenn du nicht erfahrene Ausstellungsgänger bist!

00:54:56: Genau, ich versuch's das Problem immer dahin gehen zu lösen, dass ich immer von einem Museum die Jahreskarte hab Alles sehen zu müssen, sondern da kann man beliebig oft reingehen und wenn man will geht man nach einer Viertelstunde wieder raus.

00:55:12: Und hat nichts verloren?

00:55:14: Da geht nichts verloren ja.

00:55:16: Man muss nur aufpassen dass man den Einstieg schafft weil sonst denkt man sich noch jetzt habe ich ein Jahr lang Zeit und plötzlich ist das Jahr vorbei und man hat nix gesehen.

00:55:25: Das ist dann auch nicht besonders geschickt aber ... Dann

00:55:29: hat man zumindest einen Museum unterstützt!

00:55:31: Ja, das ist richtig

00:55:33: Christian.

00:55:34: kommen zu meiner Abschlussfrage.

00:55:36: Wir haben die schon gestreift, aber ich möchte es noch mal auf den Punkt gebracht haben ... Was macht das Hören so besonders?

00:55:46: Dass es in unserer Welt einen größeren Anteil haben sollte?

00:55:51: Ich glaube ohne das Hörn können wir Menschen gar nicht miteinander in Kontakt treten.

00:55:59: Also wenn du kannst was sagen, aber wenn niemand hört dann verpufft das ja.

00:56:04: also das heißt Das Hören ist in meinen Augen die Grundvoraussetzung, damit wir uns als Menschen verständigen können und weiterentwickeln können.

00:56:18: Was machen Menschen, die höher behindert sind?

00:56:21: Die finden andere Wege um sich mit anderen austauschen zu können bei denen es dann nicht das Gehör sondern die Zeichensprache, die Taubstummensprachel oder die Breine schrift.

00:56:34: ich habe mal gehört in einem Podcast, dass Menschen die sehbehindert sind aber hören können weniger zu Depressionen neigen als Menschen den der Hörsinn verloren geht.

00:56:50: Dass dieses sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen viel mehr über das Höhen funktioniert als über das Sehen.

00:57:00: Interessant!

00:57:01: Interessanten Aspekt.

00:57:03: Ich erinnere mich dann immer daran, dass meine Mutter mal gesagt hat wenn ich wählen könnte, ob ich im Alter noch sehen kann oder noch hören kann.

00:57:12: Würde ich immer das Sehen wählen?

00:57:14: Weil dann könnte ich noch

00:57:14: lesen.".

00:57:16: So hat sie damals gesagt und hat sie aber mit sechzig aufgehört regelmäßig Bücher zu lesen, hat nur noch ein Fernseher gestarrt.

00:57:24: Wenn ich die Wahl hätte ... wenn ich wählen müsste würde ich mich für das Hörn entscheiden weil ich das Gefühl habe dass was sich in mir ausbreitet über das Hören mir so viel mehr Ruhe und Anbindung an die Welt verschafft als das Sehen.

00:57:45: Aber ich würde das Lesen

00:57:46: vermissen.".

00:57:47: Das Sehen ermöglicht ja per se jetzt nicht die Interaktion mit anderen, also du siehst zwar die anderen aber das ist ja noch keine Interaktions- und die Interaction findet über das Hören statt.

00:58:01: Direkt da

00:58:03: ne?

00:58:04: Genau es ist ... Über das Hören ist uns der Austausch, sagen wir mal ganz vorsichtig leichter möglich wie über das Sehen.

00:58:14: Sonst müssten wir Zeichensprache und ... Es gibt aber keine Zeichendsprache die uns allen irgendwie... Die wir alle verinnerlicht haben, über die wir uns mit anderen austauschen können.

00:58:28: Das heißt wenn wir jetzt zehn Menschen hier in diesem Raum wären nicht reden und wir könnten nicht hören, sondern nur sehen.

00:58:39: Dann würden wir wahrscheinlich enorme Probleme haben uns zu verständigen.

00:58:43: Wenn man uns aber die Augen zubinden würde dann könnten wir trotzdem noch relativ gut austauschen weil für das Hören ein System nämlich die Sprache gefunden hat

00:58:55: Und wir können es tatsächlich auch über den Hörsinn ganz gut in einem Raum orientieren wenn man sich darauf erst mal ein bisschen einstellt.

00:59:02: Also das könnte man jetzt übersehen auch, aber da fehlt die Kommunikation.

00:59:08: Insofern ... Ich kann das schwer beurteilen, weil sich versuchen in die Rolle jemanden zu versetzen, der nicht hören oder sehen kann, find ich irgendwie ein bisschen schräg.

00:59:21: Ich hab schon

00:59:21: meine Fühle ausgestreckt in die Richtung?

00:59:24: Ja, verstehe, es macht auch Sinn.

00:59:25: Aber also, ich glaub auch, dass wahrscheinlich ... die Interaktion mit anderen leichter über die Sprache möglich ist.

00:59:33: Das heißt, man mag jetzt blöd klingen aber dann wär der Verlust des Seekraftes kleinere Übel und das mal sozusagen.

00:59:42: Wobei das auch wieder vom Kontext abhängt.

00:59:45: also wie lebt jemand?

00:59:48: Wenn jetzt jemand stark visuell ausgerichtet ist, traue ich mich nicht einfach so zu behaupten du hast ja kein Problem, du hörst noch.

00:59:59: Aber so von der Tendenz her, von der Logik her glaub ich auch dass wahrscheinlich das hören uns mehr befähigt.

01:00:06: Teil ... der Gesellschaft oder wie auch immer man dazu sagt zu sein im Vergleich eben zum Sehen alleine.

01:00:18: Christian!

01:00:19: Ich danke dir für deine Zeit.

01:00:21: Ich danke dich für deine Gedanken.

01:00:23: Für die Anregung.

01:00:25: Ich werd ja das Vergnügen haben in der Nachbearbeitung diesen Podcast mehrfach zu hören und zurückspulen zu können.

01:00:32: Sie können dann andere Leute, wenn das erst mal raus ist auch ... Ich hoffe du hast auch was davon gehabt?

01:00:37: Ich sag danke fürs Zuhören!

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